Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

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Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

Beitragvon derhannes » Freitag 7. Juni 2019, 11:22

Hallo Freunde,
vor knapp zwei Jahren habe ich mich brav im Forum vorgestellt (viewtopic.php?f=12&t=18075) und da war ich ja auch schon mittendrin im LT-Schlamassel... Leider ist schraubtechnisch seit dem nicht superviel passiert. Es gab nur neuen TÜV und davon motiviert (scheißdraufundfahreinfachlosmäßig) eine Ausfahrt nach Portugal (8.000km am Stück ohne das kleinste Problemchen).
Mittlerweile steht Willi in Landshut und ich hab mir endlich mal die Zeit genommen und das Innenleben rausgebaut. Naja...hab ja einiges vermutet aber das dann so zu sehen...

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So. Wie jetzt weitermachen? Kann man einen kompletten Boden austauschen?! MAcht es Sinn weiterzumchen? Soll erstmal der ganze Bauschaum raus? KAnn ich mir das sparen? Fällt dann das Dach ab? Wie geht man am besten vor?

Freue mich über jede Art von Aufmunterung, Tipps, realistischer Einschätzung, Erfahrung...Feedback.

Vielen Dank!
euer hannes
Zuletzt geändert von derhannes am Freitag 7. Juni 2019, 11:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

Beitragvon derhannes » Freitag 7. Juni 2019, 11:24

Noch ein pr Details...als wär's nicht schon genug:)

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Re: Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

Beitragvon tiemo » Freitag 7. Juni 2019, 14:08

Hallo Hannes!

Man kann alles machen, wenn man will. Ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

Wenn du an dem Bus dranbleiben willst:

- Der Bauschaum muss komplett raus, in ihm steckt die Feuchtigkeit. Außerdem sollte da kein neuer rein.

- Die Feuchtigkeit ist offensichtlich (schwarze Stellen) am Dach-Schiebefenster eingedrungen, Ursache vermutlich zugesiffte Ablauföffnungen unten im Fensterrahmen, und im Bereich des Kamins, Ursache vermutlich unsachgemäß eingebaut, Dichtungen defekt.
Dann ist das Ganze mal mit Bauschaum ausgefüllt worden, was ziemlich blöd ist, weil das Zeugs klebt wie verrückt und dazu neigt, sich vollzusaugen. Das musst du jetzt "bergmännisch" in deiner "Tropfsteinhöhle" abbauen. Mit hoffentlich wenigen Überraschungen dahinter. Mit einem relativ schmalen Spachtel, an den Ecken etwas gerundet, kann man den Schaum abschälen.
Das GFK-Dach ist normalerweise mit Sikaflex verklebt, es hat meist einen Rand, der in der Regenrinne unter der Schicht Sikaflex liegt, daher wird es nicht verloren gehen, wenn du den Schaum entfernst.

- Die weich gewordenen Teile der Verlattung müssen raus. Schimmliges Holz hat keine Festigkeit mehr und sorgt auch nicht für eine gesunde Urlaubsatmosphäre.

- Dann sind erst mal Blech- und Schweißarbeiten angesagt. Für den LT gibt es meines (unvollständigen) Wissens die Bodenbleche nicht mehr. Aber für populärere Plattformen. Ich hab schon von Leuten gehört, die Bleche für den T1 genommen haben.
Auf den Fotos sieht man viele kleine Löcher, es ist die Frage, wie angegriffen das Blech dazwischen ist. Wenn die Fehlstellen nur punktuell sind und dazwischen noch ausreichend Substanz, könnte es sinnvoll sein, überall selbst angefertigte oder aus einem Schlacht-LT herausgeschnittene Flicken einzusetzen.
Die Löcher längs der Radkästen sind beim LT "normal" und können repariert werden, siehe WIKI unter:
http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:reparaturtips:bodenblech_laengstraeger.
Obs das bringt, hängt vor allem vom Zustand der Technik und der Karosserie unter dem Boden ab, also die Längs- und Querträger sollten noch gut sein, auch der Bereich um die Frontscheibe, sonst suchst du dir besser eine andere Karosserie, an der es weniger zu tun gibt. Eine im Neuzustand wirst du bei einem Fahrzeug, das vor 23 Jahren ausgelaufen ist, nicht finden, und falls doch, nicht bezahlen wollen.
Dein Namensvetter hier im Forum macht das alles ganz akkurat und genau, sein Projekt heißt "Mein LT, Projekt 2010" und ist immer noch nicht fertig...
Schau dir den Thread hier mal an (plane einen Abend mit Horrorbildern dafür ein, aber auch mit versöhnenden "Danach"-Bildern), es dauert unter anderem auch deswegen schon so lange, weil der Hannes alles super fotografiert und hier eingestellt hat.

Mein LT war zum Glück nicht so weit "runter" als er mich bekam, aber die Durchrostungen an den Radkästen hatte ich auch, außerdem auch, erst mal lange Zeit unbemerkt, ebenfalls Wassereinbruch an den Dachluken und daher auch hinter den Verkleidungen verschimmeltes Holz. Bei mir war die Ursache, dass der Vorbesitzer die Dachluken mit langen Spaxschrauben von außen nach innen verschraubt hatte. Diese Schrauben waren weggerostet und durch die Bohrlöcher kam das Wasser dann rein. Aber da war auch erst mal gründlich Entkernen angesagt.
Das verwendete Kiefernholz ist zum Glück nicht teuer und leicht zu verarbeiten.

Dafür ist jetzt die ideale Jahreszeit, wenn man keine Halle hat: Es ist warm draußen und lange hell nach Feierabend...

Gruß,
Tiemo
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Re: Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

Beitragvon derhannes » Sonntag 9. Juni 2019, 18:02

Lieber Tiemo,
vielen Dank für die Ausführliche Antwort! Alles in allem bin ich wieder ein wenig optimistischer. Das liegt v.a. auch daran, dass es sich wohl nicht um Bauschaum sondern um Isolierschaum handelt, der kein Wasser zieht (würde sonst nach 30 Jahren vielleicht auch noch schlimmer aussehen?!). Werden den Schaum zumindest an den Wänden wohl trotzdem "abbauen" und vielleicht im Dach sogar erstmal drin lassen.
Wichtig sind erstmal die Blecharbeiten am Boden (und eventuell den Wänden).

Gibt es Empfehlungen für Werkstätten oder LTler, die Humor für solche Böden haben und mich bei den Schweisarbeiten unterstützen können? Regional bin ich recht flexibel (darf ja überall hin fahren;) aber der Großraum Landshut/München, Berlin oder Leipzig wären top!

Vielen Dank an die tolle Comunity!
hannes
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Re: Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

Beitragvon tiemo » Montag 10. Juni 2019, 20:43

Hallo Hannes!

Im Dach kannst du den Schaum vielleicht drin lassen, dort muss ja auch nicht geschweißt werden. Aber selbst dort würde ich ihn unterhalb der undichten Stellen und rund um den Dachkamin entfernen, damit man dort was machen kann. Auch dort, wo Hölzer ausgetauscht werden müssen.

Bei den Seitenteilen kann man an den entsprechenden Spuren auch sehen, dass die Rostbrühe teilweise aus dem Schaum herausgelaufen kam. Dort muss er auf jeden Fall weg, damit man das Blech dahinter inspizieren und reparieren kann.

Überall, wo geschweißt werden soll, muss er weg. Überall, wo von innen Nähte versiegelt werden müssen, muss er weg. Also eigentlich muss er ganz weg...

Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt, den viele LT-Anfänger nicht beachten: Der Rost an den Falzen kommt von innen. Es nützt garnichts, ihn außen abzuschleifen und den Lack neu aufzubauen. Das, was man von außen sieht, sind Poren, die von innen quer durch das Metall gerostet sind, also punktuelle Durchrostungen, und sich nun unter dem Außenlack ausbreiten. Da Rost das ca. 35-fache Volumen der vorher vorhandenen Eisenladung besitzt, sprengt er alles weg und drückt es auseinander. Das muss von "hinten", also innen gestoppt werden, damit die Lackierarbeiten außen haltbar sind. Löcher müssen geschweißt werden. Oft werden die Löcher erst sichtbar, wenn man mit Flex und Zopfbürste den Rost richtig beseitigt, denn der schwarze Rost ist auch noch recht haltbar.

Empfehlungen für Werkstätten kann ich dir leider nicht geben, kenne keine. Allerdings kommen bei den Arbeiten doch eine Menge Stunden zusammen, und wenn man das einfach machen lassen will, wird es ziemlich ins Geld gehen. Ein gangbarer Weg könnte sein, alles so gut wie möglich vorzubereiten, Bleche zu besorgen und dann einen Karosseriebetrieb die reinen Schweißarbeiten erledigen zu lassen.

Gruß,
Tiemo
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Re: Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

Beitragvon Barney-Nord » Dienstag 11. Juni 2019, 21:10

Moin Zusammen , Moin Hannes

Erstmal vorab, Tiemo hat sich ja nun ausführlich dazu geäußert.

Ich mache es kurz und bündig.

Ich kenne deine Ansprüche nicht, aber das ist ein Großprojekt, welches sich finanziell kaum lohnen dürfte.

Mich erninnert das alles eher an "Hannes sein 2010 Projekt"

Dieser hat aber eine Menge Ahnung von der Materie und vor allem eine Halle und alles an Werkzeug !

Ich weiß das ich mich damit bestimmt nicht beliebt mache bei dir, aber darum geht es ja nicht.

Mein Rat an dich.... Kaufe dir einen anderen LT, wenn es ein LT sein soll, aber deinen wieder in einen guten Zustand zu bringen , wird dich ein Vermögen kosten. Das lohnt sich nicht und über die Technik haben wir noch garnicht geschrieben.

Motor, Zahnriemen, Einspritzpumpe, Einspritzdüsen, Zylinderkopfdichtung, Kompression, vielleicht gebrochene Kolbenringe, Lagerschalen, Getriebe, Kupplung, Bremsen, Bremskraftregler, Bremsscheiben, Bremsbeläge, Bremsleitungen, Rost unterm LT, tragende Teile usw und sofort.

Ganz ehrlich.... Ich würde da keinen Cent mehr reinstecken, wenn ich nicht die Möglichkeiten hätte, wie dein Namensvetter , Projekt 2010

Ich weiß, die Wahrheit tut oft weh.

Sorry für meine ehrlichen Worte !

Gruß Barney
Barney-Nord
 
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Re: Anfang oder Ende der Arbeit?! (oder: I hate Bauschaum!)

Beitragvon derhannes » Dienstag 18. Juni 2019, 15:19

Hallo zusammen,
vielen Dank für die ausführlichen und ehrlichen Worte. Genau das wollte ich doch hören.
Ich denke auch, das ich mit Willi mal in eine Werkstatt fahren und die tragenden Teile etc. anschauen lassen muss. Von unten gab es beim Tüv jedenfalls bisher kein Problem...und einige meinten, dass er für einen LT noch gut aussieht.
Mein Anspruch ist auch nicht, einen museumsreifen LT zu fahren...soll schon eher benutzt als bewundert werden. Allerdings möchte ich die nötigen Arbeiten natürlich auch möglichst ordentlich mchen, wenn er einmal nackig ist. Was unbedingt notwendig und was Zusatz ist, versuche ich ja gerade herauszufinden:)
Mir ist bewusst, dass es in ein paar Wochen auch feststehen, kann, dass es keinen Sinn mehr macht da mehr Arbeit und Geld hineinzustecken...So oder so habe ich dann auf jeden Fall viel gelernt und erlebt!

Vielen DAnk an Euch und das Forum für die Unterstützung und Begleitung!

Gruß,
euer hannes
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