Hallo Aaron!
Das Loch im Seitenteil des Bodenblechs ist wahrscheinlich als Ergebnis eines Schlags von innen nach außen gegen die nach oben stehende Rippe entstanden, bei der diese verbogen wurde. Dabei reißt der Lack und herabtropfendes Kondenswasser reicht aus, da eine umfangreiche Roststelle entstehen zu lassen.
Diese eingelegten Silikonteile sind wahrscheinlich eine Notlösung, damit sich dort nicht zu viel Wasser sammeln kann (wo das Silikon ist, kann kein Wasser sein...). Das hat dort nichts verloren.
Das Problem mit der Steinwolle ist, dass diese luftdurchlässig ist. Vom Innenraum kann warme,feuchtigkeitsbeladene Luft in kühlere Außenbereiche strömen und kondensiert dabei aus (Taupunkt). Daher muss eine solche Isolation immer sicher durch eine Dampfsperre vollständig vom Innenraum getrennt werden, das war wohl nicht der Fall. Ich verwende auch gerne Steinwolle, weil man damit komplizierte Geometrien wie an den Verstrebungen vollständig ausfüllen kann. Um den Nachteil der Luftdurchlässigkeit zu umgehen, packe ich mir dazu passend geschnittene Steinwolle-Kissen in Kunststoffsäcke, die ich so zufalte, dass so gut wie keine Luftdurchlässigkeit mehr besteht. (Oft muss ich dann doch noch mal reinstechen, um bei der Montage der Verkleidungen das "zu viel" an Luft rauszulassen, da kann man dann aber was drüber kleben). Ohne diese Maßnahme kondensiert die Luft in der Steinwolle und die entstehende Flüssigkeit tropft nach unten und sammelt sich dort, wodurch leicht Rost entsteht. Die Kissen haben auch den Vorteil, dass man vor dem Einbringen die Bleche nochmals mit einem wasserabweisenden und rostschützenden Fett einstreichen / einsprühen kann (Mike Sanders, FluidFilm AS o.ä.) und dieses anschließend nicht von der Steinwolle aufgesaugt werden kann. Natürlich kann man auch andere Isolierstoffe verwenden, Styropor und Styrodur und andere Bauschäume müssen als harte Stoffe aber exakt auf Maß geschnitten sein (und können sich bei anhaltender Feuchtigkeit dennoch mit Wasser vollsaugen), Armaflex ist zwar gut auf großen Flächen anzuwenden, im Bereich der Verstrebungen hat man aber dann auch das Problem, passgenau zu arbeiten und die Teile an Ort und Stelle sicher zu verkleben, Einbringen von Rostschutzfett oder eine nachträgliche Entnahme zu Reparaturzwecken entfallen ebenfalls. Außerdem verbleibt oft noch ein Luftraum hinter den Verkleidungen, weil die konstante Dicke der Materialien den Hohlraum nicht vollständig füllt, mit entsprechendem Luftaustausch mit dem Innenraum.
Mahony hat geschrieben:Das habe ich vor. Ich habe bereits zwei größere Bleche in den Boden einschweißen lassen. Allerdings musste ich dabei leider feststellen, dass die Schweißer die ich kenne so dünnes Blech nicht sauber verschweißt bekommen.
Das liegt aber nicht an den Blechen, sondern an den Schweißern. Da musst du dir evt. jemand Anderes suchen oder selbst schweißen

. Die Bleche schweißen sich auf Stoß schon zickig, an tragenden Teilen sieht der TÜV das auch garnicht gerne, da die Blechkanten wegen der nur einseitigen Wärmeabfuhr und damit Überhitzung zum Verspröden neigen, wenn man keine Gegenmaßnahmen trifft. Diese können in Absetzungen bestehen, dass sich die Bleche überlappen, obwohl sie auf der Vorderseite zu stoßen scheinen, in hinterlegten Zweitblechbahnen an den Stoßrändern, die mit eingebunden werden, in aufgesetzten Kupferblechen zur Wärmeableitung oder, indem man anstelle einer Schweißung diverse Hartlötverfahren nutzt, die mittlerweile speziell dafür angeboten werden. Jedoch sind die Bleche, gerade beim LT, im Vergleich zu moderneren Fahrzeugen noch so dick, dass sie sich relativ angenehm schweißen lassen.
Mahony hat geschrieben:Meine Frage ist, definitiv geschweißt werden muss oder ob es vielleicht ausreicht das Blech etwas auszuschneiden mit Fertan zu behandeln und dann die Löcher mit Spachtel zu verschließen. Außerdem ob ihr mir empfehlt diese Silikonmasse komplett zu entfernen...
Also, wie schon gesagt: Silikonmasse raus. Irgendwelche Ausschäumungen raus. So Zeugs unterrostet immer. Blech "im Gesunden" großzügig ausschneiden (dann ist auch genug Blechstärke für sinnvolle Verschweißungen vorhanden). Wo noch geschweißt werden soll, kein Fertan (auch sonst mag ich es persönlich nicht, aber das ist eine Frage, die an Religion grenzt, viele Leute sind mit Fertan glücklich), sondern schleifen, bis der gesunde Stahl einen anglänzt.
Dieses Blech zwischen Bodenblech und Außenhaut ist ein tragendes Element, das kann man nicht so einfach durch Spachtelmassen ersetzen. Wo Spachtelmasse, da wenigstens Epoxy-Spachtel wegen der Dauerhaftigkeit, aber an dieser Stelle sollte wieder ein Blech eingesetzt (und nicht auf den Rost draufgebraten) werden. Die solideste aller Möglichkeiten wäre, das Schwellerblech in diesem Bereich zu ersetzen (das ist nämlich im Innern so weit reingezogen und hat nun das Loch), aber ein Flicken ist durchaus ok und haltbar, wenn ordentlich gearbeitet wird. Zum Aufbau der Stelle die Skizze weiter unten, durch das Loch müsstest du nun an diversen Stellen den Straßenbelag sehen können, da das in der Skizze als "Stehblech" bezeichnete Blech alle paar Dezimeter Durchbrüche nach unten hat. Wenn der Flicken eingebaut ist, muss von innen, außen und unten mit Lack gegen Rost versiegelt werden. Innen und unten können zusätzlich noch Kriechfette und/oder zuerst Owatrol zum Einsatz kommen, die im Gegensatz zu Lack bis in die letzte Fuge wandern und den letzten Rostkrümel tränken. Aus der Skizze wird ja ersichtlich, dass in diesem Bereich bis zu 3 Lagen Blech aufeinander gepunktet sind, mit entsprechend durch den Rost aufgequollenen Zwischenräumen, die man aber niemals entrostet oder gar lackiert bekommt.
Da steckt nun natürlich auch eine Menge Feuchtigkeit drin (Rost ist hydrophil), die man bei winterlichen Temperaturen auch nicht heraus bekommt. Im direkten Umfeld der Schweißung ist das kein Problem, da verdampft alles, aber schon wenige cm nebendran hat man das Problem schon wieder. Daher empfehle ich immer, solche Reparaturen im Hochsommer zu machen, wenn der LT in der prallen Sonne steht. Nur wollen da die meisten Leute nicht unter dem LT liegen, sondern in Urlaubsgegenden darin, das ist ein gewisses Problem.

Gruß,
Tiemo