Hallo Flipper!
Bei der einfachsten, vollständigen 230V-Verkabelung benutzt man ein CEE-Kabel von der "Zapfsäule" des Campingplatzes bis zur LT-Außenwand. Die meisten Campingplätze in Europa haben CEE, darum heißt das auch Europastecker.
In der Außenwand sitzt dann die entsprechende CEE-Steck(er)dose (das "männliche" Teil) und innen daran wird ein dreipoliges Kabel angeschlossen.
Dieses wird über eine "Minimalverteilung" (Sicherungskasten) dann auf die festangeschlossenen (Kühli, Beleuchtung, Ladegerät) und die mobilen Verbraucher (normale Schukosteckdose/n, man ist ja nun sicher im Trockenen) verteilt.
Der Sicherungskasten sollte mindestens einen FI-Schutzschalter (auch als Personenschutz- / Fehlerstromschalter bezeichnet) und eine Überstromsicherung enthalten, möglichst in zweipoliger Ausführung. Dabei werden sowohl Nullleiter als auch die Phase unterbrochen, falls die Spannung aufgrund der laveden Campingplatzverteilung mal auf dem Nullleiter ankommt. Dazu reicht schon eine Unterbrechung des Nullleiters irgendwo, etwa, weil beim Überfahren ein Stein ins Kabel gedrückt wurde.
Um die Leitungen miteinander zu verschalten, sollte man noch entsprechende Steckklemmen haben und an Stellen, wo geschraubt wird (Sicherungsautomat/FI-Schutzschalter) Aderendhülsen verwenden. Auch für das zu verwendende Kabel im Wohnmobil gibt es eine Vorschrift, da es für den Temperaturbereich im WOMO geeignet sein muss und die nötige Scheuersicherheit aufweisen muss. Wo das Kabel in Schaltkästen geführt wird, kann man PG-Verschraubungen einsetzen, diese geben Wasserdichtigkeit, Zugentlastung und eine scheuersichere Durchführung.
Für eine solche Minimalelektrik (die ich wegen ihrer Einfachheit und damit auch Robustheit bevorzuge) gibt es spezielle Sicherungsautomaten, die zweipolig schalten und sowohl FI-Schalter als auch Überstromsicherung integriert haben, in einem Gehäuse. Dazu gibt es kleine, spritzwasserfeste Mini-Sicherungskästchen mit einer Hutschiene, wo genau ein solcher Automat und die nötigen Kabel reinpassen.
Das ist kein Teufelswerk, sondern den ganzen Kram gibts mehr oder weniger in jedem Baumarkt.
Leider ist dazu in unserem eigenen WIKI noch fast nichts zu finden, daher verweise ich mal ans T4-WIKI unter
http://t4-wiki.de/wiki/230_V-Elektroverteilung. Dort stehen die genauen Spezifikationen, allerdings ist dort nur eine Absicherung mit Einzelautomaten zu sehen, was einigermaßen Verdrahtungsaufwand bedeutet. Die vierpolig Kombiausführung ist dort nicht zu sehen, aber zB. im Internet bei Hornbach unter
http://www.hornbach.de/shop/Leitungsschutzschalter-mit-integriertem-FI-ABB-DS201A-B16-0-03/8046860/artikel.html?WT.srch=1&WT.mc_id=DE_P_LE_AW_766138738.
Es klingt jetzt viel, aber es erspart einem unangenehme Überraschungen auf dem Campingplatz. Ich hab schon von Campern gehört, die ihr Wohnmobil nur per Hechtsprung betreten konnten, weil man bei der ersten Berührung gleich schon einen Stromschlag bekam, solange man noch den Camppingplatzboden unter den Füßen hatte.
Nette Diebstahlsicherung, aber senkt den Erholungswert eines Urlaubs doch erheblich

Gruß,
Tiemo