Abschleppseil dabei? Welches?

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Abschleppseil dabei? Welches?

Beitragvon LockX » Sonntag 6. Dezember 2015, 21:39

Ein Reverserad hatte ich von Anfang an dabei; ein Starthilfekabel habe ich seit kurzem dabei; ein Abschleppseil habe ich bisher nicht.
Mein gestriger Boxenstopp (eher: Moorstopp) auf einer Wiese neben einer (nicht gekennzeichneten) engen Sackgasse ergibt meine Fragen:

Sollte man ein Abschleppseil dabei haben? Und falls Ja: welches Abschleppseil eignet sich für LT35?

Die dortigen Anwohner kennen das Problem; sie hatten ein "elastisches Abschleppseil", das ohne Last 1,5 m und unter Last (nahezu konstant) 4 m lang war.
Diese Abschleppseile gibt es mit Nennkraft bis 2.800 "kg".
Der ADAC verwechselt diese Kraft anscheinend mit dem Gesamtgewicht, siehe http://www.adac-shop.de/Fahrzeugzubehoe ... 800kg.html

Gruß
Manfred
LockX
 

Re: Abschleppseil dabei? Welches?

Beitragvon diesel3 » Sonntag 6. Dezember 2015, 23:19

Zum Bergen/Rausschleppen für die, die damit umgehen können, empfehle ich das Elastik-Seil / Kinetik-Seil:

http://shop.adventure-offroad.de/main_b ... ems_id=131

Aber da muss man wissen, was man tut!

Für normale Einsätze nutze ich sowas:

http://www.daerr.de/suche_seite2_daerr/ ... 6/grp.html

Im Normaleinsatz einfach doppelt nehmen.

Von Hashi-Ken würde ich nach neagtiven Erfahrungen abraten.

Gruß

Hendrik
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Wie vermeidet man Abschlepp-Bedarf?

Beitragvon LockX » Dienstag 8. Dezember 2015, 22:48

@all - diesel3

Null Antworten lassen vermuten, dass Abschleppseile keinerlei Bedeutung haben.
Das ergibt meine Frage:
Wie vermeidet man Abschleppseil-Bedarf?

Ein helfender Anwohner sagte mir: "Das wird Dir eine Lehre sein. Nachts wirst Du nicht mehr über eine Wiese fahren."
Der Mann hat weitgehend Recht: ich werde es noch mehr als bisher zu vermeiden versuchen.

@diesel3

Vielen Dank für die Hinweise. Steckenbleiben ist für mich (zukünftig noch seltenerer) Notfall, nicht Normaleinsatz wie bei "adventure-offroad" oder "Erlebnisreisen".

Das "Kinetik-Seil" "für die, die damit umgehen können" und "wissen, was man tut!" - http://shop.adventure-offroad.de/main_b ... ems_id=131
hat Bruchlast 15.000 "kg", Länge 12 m und Preis 149,- € + Versand. Es ist das größte von drei Seilen dieser Reihe. Bei den beiden anderen Seilen steht "30% Dehnung", die wohl der Grund Deiner Warnungen sind. Auch das kleinste der drei Seile erscheint mir unnötig groß, schwer und teuer.

Dein Seil für den "Normaleinsatz" - http://www.daerr.de/suche_seite2_daerr/ ... 6/grp.html
hat Bruchlast 6.000 "kg" und Länge 9 m. Sein Preis 36,95 € + Versand und seine Masse 1,8 kg wären auch dann okay, wenn noch kein Stahlschäkel dabei ist.
Nachteilig erscheint mir jedoch, dass das Seil bei Ungeübten Schlaufen bildet, auf die Ungeübte drauffahren.

Das ergibt meine Fragen:
Welches Abschleppseil ist "Hashi-Ken" und welche negativen Erfahrungen hast Du damit?
Welches Abschleppseil hast Du im Karmann IMMER dabei?

Gruß
Manfred
LockX
 

Re: Abschleppseil dabei? Welches?

Beitragvon diesel3 » Mittwoch 9. Dezember 2015, 00:23

Hallo Manfred,

ich habe das
http://www.daerr.de/suche_seite2_daerr/ ... 6/grp.html IMMER dabei. Ich sehe das Risiko des "Schlaufenbildens" aber nicht.
Einfach dopelt nehmen.

Das Hashi Ken habe ich mal gekauft und mit ein paar Geländewagen getestet - die versprochene "Sanftheit" ist rein gar nicht
existent. Wir haben beim gezogenen Fahrzeug sogar die Abschleppöse abgerissen und die flog in hohem Bogen ins das Heck.

Von der Kineticseilen sollte man für den LT wirklich das größte nehmen. Die Kraft die beim Bergen "mit Schwung" entsteht, ist
beim LT für die kelinen Seile bestimmt zu groß.

Gruß

Hendrik
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Re: Abschleppseil dabei? Welches?

Beitragvon LockX » Mittwoch 9. Dezember 2015, 07:18

Danke, Hendrik!

Suche nach "Hashi-Ken" ergab statt "Abschleppseile" den Fachbegriff "Bergegurte" und einen Beitrag vom Jahr 2007 in www.jeepforum.info:

"Der Hashi-Ken ist die Kernkomponente und den verlängerst Du dann mit einem normalen statischen Gurt. Kauf die die Version für Fahrzeuge bis 3to, das Ding bricht erst bei 14to (glaube ich) und die Wirkungsweise ist absolut verbluffend.
Man muss sich nur daran gewöhnen, volle Kanne in den Hashi-Ken zu fahren und das feststeckende Fahrzeug wird sanft (!!!) und scheinbar völlig ohne Mühe, auch aus dem tiefsten Loch befreit. :)
Bei Grafe und mir auf jedem Event dabei, Kauf nie bereut. Wir hatten auf der ersten breslau mal den Fall, dass wir steckten. Das erste Team kam mit nem Statischen Gurt (siehe BSH, Europrotec, GWTec). Das Ding (10to gelb) riss und zerfetzt dem Fahrzeug die Heckscheibe. Zum Glück keine Verletzten. Dann kamen zwei Franzosen mit hashi Ken "we will try once" ... Hashi dran, locker ins Seil gefahren und schwups waren wir draußen, wie die elfe auf dem Morgentau ... Mit mehr als verwunderten Gesichtern.
Auf der letzten BB haben wir dann ein andere Team notverarzten müssen, weil wiedermal ein statischer Gurt riss und dem Beifahrer den halben Arm aufriss :(
Safety first, deshalb lieber ein paar Euro mehr für echtes Bergeequipment ausgeben. Die Hilfsgurte können dann ruhig die Billigen sein. (sichern, schleppen, verlängern etc)."

Ich hoffe, dass auch andere LT 2WD und 4WD ihre Erfahrungen mitteilen.

Gruß
Manfred
LockX
 

Re: Abschleppseil dabei? Welches?

Beitragvon urmelhorst » Mittwoch 9. Dezember 2015, 09:38

Hallo,
also ich hatte noch bis letztes Jahr meinen LT in einer Scheune immer untergestellt, welche leider inmitten von einer Wiese stand. Solange die Witterung beständig trocken war, war alles kein Problem mit Hin und Wegfahren, sobald es aber nur einen Tag davor kräftig geregnet hatte wusste ich gleich, das es keine Chance gibt für den LT aus eigener Kraft herauszukommen. Ich hatte dann immer vorsichtshalber dem Besitzer der Scheune bescheid gegeben, welcher dann auch gleich mit seinem Deutz Traktor mitkam. Gezogen wurde der LT dann mit einer stabilen Eisenkette. Ich denke dass Hauptproblem ist immer auch das Zugfahrzeug, wir hatten es auch einmal probiert mit einem T5, da war nichts zu machen. Je nachdem wie weit Du in unbefestigtem Untergrund feststeckst und fester Untergrund davon entfernt ist wird es mit "normalen" Zugfahrzeugen fast aussichtslos, einen mindestens 2,8 Tonnenschweren LT zu bergen.


Grüße Uwe
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Re: Abschleppseil dabei? Welches?

Beitragvon Andreas Woltering » Mittwoch 9. Dezember 2015, 11:12

Hallo zusammen,

zum Thema gibt es wohl mehr als nur eine Antwort.
Jeder hat da so seine Erfahrungen gemacht...und die endsprechenden Lehren daraus gezogen(hoffe ich zumindest).
Meine Lehre aus einer richtig verfahrenen Situation war: Alles dabei und Griffbereit zu haben ;-)!
War nämlich echt doof mitten im Matsch erst mal das Bergegerät aus den Tiefen des LT´s rauszuwühlen.
Seitdem ist alles wichtige wie kleiner u. großer Spaten/Schaufel, Schäkel und Bergegurt sowie Sandbleche so positioniert das man jederzeit ohne Aufwand rankommt. Reserverad sowieso!
Was ich noch als wichtig erachten würden....Bruchlast und länge(n) der mitgeführten Gurte.
Ich zieh immer mal wieder den ein o. anderen Fronttriebler aus einer sandigen bzw. morastigen Stelle( Die Leute meinen ja immer wenn da ein Womo steht können Sie da auch hin...und merken erst wenn es zu spät ist das es einen Grund hat warum da nur EINER steht- 4WD :-)-und schwupps....geht dann nichts mehr).
Und dann....3m 2,8 to. Seil(wenn überhaupt) dabei....oder (Kinder)Förmchen als Schaufelersatz(zuletzt auf Römö gesehen).
Bin selbst schon mal so tief im Moder versunken das da kein Allrad oder Sperren mehr geholfen haben, und war froh das die Board eigenen Bergegurte bis zum halbwegs festen Untergrund gereicht haben....wo zugkräftige Hilfe wartete. Denn was nützt es wenn der Helfer rankommt, beim Bergeversuch( da sind ja erheblich höhere Kräfte und Traktion notwendig) dann aber im gleichem Morast festsitzt-keinem.
Was ich mir "schenke" ist fest installierte Bergewinde. Geräte die die nötige Kraft entwickeln sind so groß und schwer das meines Erachtens keinen Sinn macht....es sein denn man ist immer allein im Wald unterwegs.
Eine Handwinde ist zwar nicht so elegant...tut es aber genauso gut.

Allen einen Pannenfreie Fahrt


Andreas
12L./100KM..lächerlich ;-)
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Re: Abschleppseil dabei? Welches?

Beitragvon Waldfahrer » Mittwoch 9. Dezember 2015, 13:27

Servus,

noch ein Wort zur "dynamischen Methode": problematisch erscheint mir, daß man da keinerlei Kontrolle über die tatsächlich auftretenden Zugkräfte hat.
Die "lustigen" Videos auf Youtube, wo gleich ganze Vorderachsen etc. bei solchen Bergeaktionen 'rausgerisssen werden, sprechen Bände!

Und, der begrenzende Faktor sollte das Kunstoff-Seil/Gurt sein und nicht der Befestigungspunkt am Fahrzeug oder das Anschlagmittel (Schäkel)!
Warum Kunststoff - einfach weil bei einem Riss eben keine schweren Teile durch die Gegend fliegen!

Nicht umsonst sind bei Traktorseilwinden Schutzgitter in Richtung Bediener vorgeschrieben!

Wobei, man sollte trennen zwischen Abschleppen und Bergen!

Abgeschleppt wird normalerweise wegen Fahruntüchtigkeit auf +- guter Straße, dafür sind die Serien-Anschlagpunkte am Fahrzeug gedacht!
Und dazu reicht auch das oben zitierte 3t-Seil allemal!

Das Zugmaul, wenn vorhanden, wird auch für Bergeaktionen ausreichen, bei der Öse hinten bin ich mir da nicht so sicher, schließlich ist die nur an den Blechträger angebraten.
Und, wie die vordere Öse bei den leichten LT's aussieht, bzw. was die aushält, weiß ich gar nicht ;-)

Gruß Josef
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